Welpen füttern: wie oft, wie viel?
Der VDH hält für wachsende Hunde eine häufigere Fütterung für angebracht – zwei- bis dreimal täglich, während gesunde erwachsene Hunde mit einer Mahlzeit auskommen können. Bei Welpen kleiner Rassen kann die Zahl der täglichen Mahlzeiten ab etwa 4 Monaten verringert werden.
Besonderheit Zwerg- und Kleinrassen: kleine Reserven, häufigere Mahlzeiten
Bei Zwerg- und Kleinrassen-Welpen unter 4 Monaten kann die abgewogene Tagesration auf etwa vier oder mehr kleine Mahlzeiten pro Tag verteilt werden – für jede Mahlzeit etwa 30 Minuten Zeit geben, Reste danach entfernen. Welpen sollen laut FEDIAF niemals zur freien Verfügung (ad libitum) gefüttert werden. Häufiger füttern heißt also mehr Mahlzeiten, nicht mehr Futter: Die Tagesmenge bleibt abgewogen. Danach lässt sich die Mahlzeitenzahl reduzieren; bis zum 6. Monat gelten zwei Mahlzeiten pro Tag als ausreichend.
Der Grund für die Häufigkeit: Welpen sehr kleiner Rassen gelten als anfällig für Unterzuckerung – bei Welpen unter drei Monaten ist die Blutzucker-Regulierung noch nicht voll ausgebildet und der Glukosebedarf hoch, und häufiges Füttern von Zwergrassen-Welpen wird in der Fachquelle ausdrücklich als vorbeugende Maßnahme genannt. Typische Anzeichen einer Unterzuckerung sind Appetitverlust, ausgeprägte Mattigkeit, Bewegungsstörungen, Zittern, Muskelzucken, Schwäche, Krampfanfälle, verändertes Verhalten, geweitete Pupillen sowie Bewusstseinstrübung bis Koma. Wichtig: Unterversorgung ist nur einer von mehreren möglichen Auslösern – die Fachquelle nennt daneben Stress, Kälte und Darmparasiten. Solche Anzeichen haben viele, teils schwerwiegende Ursachen, darunter die Addison-Krankheit, insulinbildende Tumoren der Bauchspeicheldrüse, schwere Lebererkrankungen und Glykogenspeicherkrankheiten, und gehören immer tierärztlich abgeklärt.
Wie viel?
Die Futtermenge bemisst sich nach der Fütterungstabelle des Herstellers (Gewicht und Alter; Herstellerangabe). Die eigentliche Steuergröße ist aber der Körperzustand: Welpen sollen schlank gehalten werden. Wichtig dabei: Welpen mit hoher Energiezufuhr zeigen nicht zwingend einen erhöhten Body Condition Score – der Blick allein deckt Überfütterung im Wachstum nicht zuverlässig auf. Mehr dazu: warum der Blick allein nicht reicht. Gerade kleine Rassen neigen zu Übergewicht – kleine Futtermengen, viel Tragen; Gewicht deshalb regelmäßig kontrollieren.
Für Leckerlis gilt die 10-Prozent-Grenze: Sie sollten nicht mehr als 10 % der täglichen Kalorienzufuhr ausmachen. Und frisches Trinkwasser gehört jederzeit dazu.
Weiterführend: Welpenfutter für kleine Rassen · Welpenfutter ohne Huhn · Wann auf Adult umstellen?